AutorInnen/IllustratorInnen/MusikerInnen-Verzeichnis

|Zurück zum Verzeichnis|

Held, Nina
Nina Held, Jg. 79, ist Erzieherin und hat viele Jahre in einem Kindergarten in Bocholt gearbeitet. Während dieser Zeit hat sie an verschiedenen Fortbildungen teilgenommen, z.B. zur qualifizierten Bewegungsbeobachtung von Kindern. Außerdem hat die Mutter von zwei Kindern in ihrem Praxisalltag verschiedene Möglichkeiten zur Bildungsdokumentation getestet und selbstständig weiterentwickelt.

Interview:
1. Frau Held, Bildungsdokumentation ist heute Teil des pädagogischen Alltags. Durch sie werden der Entwicklungsstand und die Fortschritte der Kinder festgehalten. Welche besondere Hilfestellung gibt dabei Ihr neues Buch "Sieben x Sieben ergibt feinen Sand"?
Nina Held: "Der Inhalt des Buches macht sich dafür stark, das kindliche Spiel wieder mehr als Grundlage der Entwicklung und somit auch der Dokumentation zu sehen. Das Thema Bildung ist überall präsent, es wird gefördert, gelernt ,"geschult" und oft wird dann das Wichtigste aus den Augen verloren: Für Kinder ist der selbstverständliche Zugang zur Welt das Spiel. Wer ihnen also beim Spielen zuschaut, kann wertvolle Beobachtungen zum Entwicklungsstand und zur Wissensaneignung machen! Das Buch enthält viele praktische Beispiele in Form von Geschichten, Liedern, Spielimpulsen, Fingerspielen, Kniereitern etc. Sie werden in den Alltag und das Spiel der Kinder integriert werden und schaffen so eine Grundlage für Beobachtungen. Außerdem sind am Ende jedes Kapitels Entwicklungstabellen abgedruckt. Sie helfen das beobachtete Verhalten besser einzuschätzen und das Kind in allen wichtigen Entwicklungsbereichen wahrzunehmen.

2. Wie zeitaufwendig ist Bildungsdokumentation und für wie wichtig halten Sie sie?
"Nach vielen Gesprächen mit ErzieherInnen und aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass viele ErzieherInnen unzufrieden damit sind, immer mehr Anforderungen bewältigen zu müssen, ohne dafür einen finanziellen oder zeitlichen Ausgleich zu bekommen. Zu diesen Anforderungen gehört auch die Dokumentation. In meinem Buch gebe ich Tipps, wie sie die Dokumentationsarbeit direkt in den Alltag mit den Kindern einbauen können. Die Beobachtungen sollten nicht zusätzlich zu den schon vorhanden Aufgaben gemacht, sondern in den Tagesablauf integriert werden. Alle in diesem Buch beschriebenen Aktivitäten sind in den Alltag der Kinder integriert. Es kann sich beim Aufräumen, beim Wickeln, oder beim Anziehen eine Situation ergeben, die für die Dokumentation geeignet ist. Die Zeit, die für Dokumentationsarbeit aufgewandt wird, lässt sich so mindestens um die Hälfte reduzieren. Diese Zeit kann so wieder in die wichtige, direkte Arbeit mit den Kindern investiert werden. Beobachtung und auch die dazugehörige Dokumentation sind eine Grundlage für jeden, der beruflich mit Kindern arbeitet. Auf die Beobachtung stützen sich die Reflexion, die pädagogischen Handlungsschritte, die Absprachen im Team, die Kommunikation mit den Eltern etc. Beobachtung und Dokumentation sind fester Bestandteil und unabdingbar."

3. Ergänzend zu Ihren Büchern bietet der Ökotopia Verlag die Dokumentations-Software GABIP an. Haben Sie ihre Vorgehensweise im Buch parallel zur Software entwickelt?
"Die Bücher können völlig unabhängig von der Software genutzt werden und setzen auch keine Kenntnisse der Software voraus. Nutzt man aber zufällig die Software, ergänzt sie die Bücher gut, da sie mit den gleichen Begrifflichkeiten und Tabellen arbeitet."

4. Wie entstand die Idee, Bücher zum Thema Bildungsdokumentation zu schreiben?
"Die Software entstand vor der Idee, Bücher zu schreiben. Sie entstand aus der Alltagssituation heraus. Ich habe als Erzieherin in einem Kiga gearbeitet. Dokumentationsarbeit war gerade Thema und die Umsetzung wurde heiß diskutiert. Wie sehen unsere Bildungsdokumentationen aus? Wie umfangreich sollen sie werden? Wie lassen sie sich in den Alltag integrieren ohne finanziellen oder personellen Ausgleich? Hier ist die Idee zu einer Software entstanden, die gleiche Voraussetzungen schafft und die Arbeit erleichtert und unterstützt. Zufällig konnte mein damaliger Freund, jetzt Mann, programmieren. Diese Software war erst nur für "meinen" Kiga gedacht, zog aber ziemlich schnell Kreise, sodass sogar der Ökotopia Verlag darauf aufmerksam wurde. Im Zuge der Software habe ich mich mit vielen KollegInnen unterhalten, Erfahrungen gesammelt, vieles ausprobiert und mir ein reichhaltiges Repertoire zum Thema Bildungsdokumentation und dem Umgang damit zusammengesammelt. Jetzt entstand die Idee, dieses Wissen nicht in meinem Regal verstauben zu lassen, sondern in einem Buch weiterzugeben. Ich habe so richtig meine kreative Ader entdeckt und das Schreiben macht mir unheimlich viel Spaß. Zurzeit nehme ich Elternzeit und da ist das eine wunderbare Situation, Familie und Arbeit zu verbinden und den Kontakt zu meinem Beruf zu halten. Außerdem habe ich zwei wunderbare Kinder, die auch noch zufällig im gleichen Alter der Zielgruppe des Buches sind. Das hat mir sehr geholfen."

Terminübersicht


Für Ihre Suche wurden keine Treffer gefunden.

Suchergebnisse für 'Held, Nina'

pro Seite
Aufsteigende Sortierung einstellen

8 Artikel

pro Seite
Aufsteigende Sortierung einstellen

8 Artikel

Bitte warten...

Weiter shoppen
Warenkorb anzeigen
Weiter shoppen
Warenkorb anzeigen